Demnächst in unserer Gemeinde

Dezember, 2019

10Dez19:30Swinging LadiesZachäus Kirche

15Dez17:00Advents- und Weihnachtslieder, weihnachtliche TexteSt. Jürgen Kirche




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Evangelisch-Lutherische
Kirchengemeinde
St. Jürgen-Zachäus
in Hamburg Langenhorn

Eichenkamp 10
22417 Hamburg
Telefon: 040/537 05 75
Fax: 040/537 185 21
Mail: info@stjuergen-zachaeus.de



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Herzlich willkommen in St. Jürgen-Zachäus!

Schön, dass Sie vorbeischauen! Auf unserer Internetseite informieren wir Sie über alle Veranstaltungen und Neuigkeiten unserer Kirchengemeinde im Norden Hamburgs. Wir hoffen, es ist etwas für Sie dabei und freuen uns auf einen Besuch in der St. Jürgen-Kirche und im Gemeindezentrum Zachäus!

Staunen und Wundern

„Ungläubiges Staunen“ heißt ein Buch von Navid Kermani aus dem Jahr 2015, das ich immer mal wieder zur Hand nehme und das mich immer wieder berührt. Kermani, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, selbst ein Muslim, staunt. Er staunt bei seinem Durchgang durch die christliche Kunst. Er staunt darüber, was Christen glauben. Manchmal mit viel Sympathie, manchmal auch mit Befremden. Aber er staunt. Staunen entsteht dadurch, dass etwas in der Welt ist, das so nicht zu erwarten war. Etwas, das nicht selbstverständlich ist.

Staunen wir noch? Staunen wir noch über das Weihnachtsfest, das uns schon ab Ende September in den Regalen der Supermärkte in Gestalt von Spekulatius und Dominosteinen entgegenrückt? Staunen wir noch in all dem Trubel, den die Vorweihnachtszeit mit sich bringt, in all dem Stress im Beruf, wo alles noch erledigt sein muss vor Jahresende; in dem Stress im Privaten, wenn alle Geschenke noch eingekauft werden müssen, alle Festlichkeiten noch organisiert werden müssen? Staunen wir noch über die Weihnachtsgeschichte, die wir schon so oft gehört haben?

Erst wenn etwas nicht selbstverständlich ist, fangen wir uns an zu wundern. So wie die Menschen, zu denen die Hirten aus der Weihnachtsgeschichte kommen, um ihnen zu erzählen, was das für ein Kind ist, das da in der Krippe von Bethlehem liegt: „Und alle vor die es (das Wort) kam, wunderten sich über die Rede, die die Hirten gesagt hatten“ (Lk 2,18). Sie wundern sich. Weil sie gar nicht erwarten, dass in dem Kind, das dort in der Krippe, in Windeln gewickelt liegt, der Sohn Gottes selbst in der Welt ist. Kermani wundert sich, wie die Christen glauben können, dass Gott gerade in diesem einen Menschen in die Welt gekommen und da sein soll. Aber in diesem Wundern geschieht etwas: Wir werden weggerufen von unseren Vorstellungen von Gott, von dem Selbstverständlichen und Gewohnten, hin zur Botschaft der Adventszeit: Er kommt in eure Welt! Dorthin, wo ihr seid, in euer Leben, in dem nicht alles glatt läuft. Gott ist da, um es mit euch zu tragen. Gott kommt, um den Frieden zu bringen, den die Welt sich nur schenken lassen kann von ihm.

Während wir uns bemühen, über unser Menschsein hinauszuwachsen, den Menschen hinter uns zu lassen, wird Gott Mensch und wir müssen erkennen, dass Gott will, dass auch wir Menschen, wirkliche Menschen seien.“ (Dietrich Bohnhoeffer)

Wir sollen Menschen sein, nicht Gott – das ist die Weihnachtsbotschaft. Wir sollen wissen, dass Gott uns auf unseren Wegen sucht und findet. Und so kommt die Freude der Weihnachtsnacht aus der Tiefe, weil sie nicht selbstverständlich ist. „Wir sollen Menschen sein“ – eine Botschaft, die frei macht von Allmachts-Phantasien und Perfektionszwang. „Wir sollen Menschen sein“, weil Gott um unseretwillen ein Mensch wird… Lassen wir es doch zu, dass uns diese Adventszeit zu einer Zeit zum Wundern und Staunen wird – immer wieder neu. Dass Sie in dieser Adventszeit zum Staunen kommen, das wünsche ich Ihnen von Herzen.

Pastorin Astrid Wolters