Und wieder kommt der Advent

Wobei das fast doppelt gemoppelt ist. Advent heißt ja Ankunft. Jahr für Jahr erwarten wir die Geburt eines Kindes, das alles ändern soll. Nur… vieles ändert sich gar nicht. Oder ändert sich
nicht so, wie wir uns das wünschen.
Veränderungen sind unumgänglich. Ich bin nicht mehr die gleiche, die ich noch vor dem letzten Advent war. Ein graues Haar und ein paar Falten mehr sind nur äußere Anzeichen. Die Seele verändert sich auch. Im Verlauf dieses Jahres gab es Erwartungen, die enttäuscht wurden. Abschiede mussten hingenommen werden. Hoffentlich aber gab es auch Erfahrungen von großer Freude. Und dieses Jahr hat uns nun wirklich auf eine ganz besondere Weise gefordert. Aber: die Seele wächst. Und mit ihr die Ahnung, dass in einem Leben mehr möglich ist, als es den Augenschein hat.
Veränderungen mögen wir nicht. Veränderungen machen sogar Angst. Diese Angst teilen wir mit allen Generationen, die vor uns waren. „Fürchte dich nicht!“ ist das erste, was uns Gottes Boten zurufen, bevor sie uns Menschen Veränderungen ankündigen. So war es bei den Hirten auf dem Feld, so war es bei der jungen Maria.
Im Advent spüren wir unsere Seele. Manche spüren, wie etwas im Inneren zerrt und zieht.
Gerade denen gilt das „Fürchte dich nicht!“. Fürchte dich nicht, alte Strukturen zu verlassen und auf Neues zuzugehen. Lassen wir dem Neuen Raum und Zeit zum Wachsen. Nehmen Sie sich diese Zeit, ganz bewusst – in einem Advent, der uns vielleicht mehr Ruhe auferlegt, als wir es gewohnt sind, der für unsere Seele aber auch ein Geschenk sein kann. „Fürchte dich nicht!“
Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit.
Ihre Pastorin Astrid Wolters

Bild: häuschen und sterne_TiM Caspary_pixelio.de