„Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt“.

Dieses Zitat des Philosophen Albert Camus erzählt von einer besonderen inneren Kraft, die uns wie der Sommer wärmen und Licht spenden kann. Anscheinend geht von dieser strahlenden Jahreszeit eine besondere Magie aus. Sommer, das ist die Zeit für Ausflüge, fürs Reisen, Zeit für neue Freundschaften und Hobbys – die Zeit, um Neues zu entdecken. Wenn Du auf Dein bisheriges Leben schaust, wird Dir wahrscheinlich auch die eine oder andere bedeutsame Sommerzeit in Erinnerung kommen. Nicht ohne Grund erzählen Menschen ja gerne „Von dem Sommer, als…“ oder „Weißt du noch, der Sommer, als…“ Diese Erfahrungen und Erinnerungen sind wertvoll und unwiederbringlich mit dem Zauber des Sommers verknüpft. Das ist vielleicht der Duft von frisch gemähtem Rasen oder das Gefühl von Füßen im Sand, der Geruch von Sonnencreme oder das Geräusch vom lauten Zirpen der Grillen. Ich stelle mir diese Erinnerungen vor wie kleine Polaroidfotos, die wir sammeln in den Sommern unseres Lebens, die wir in eine Schatzkiste legen und sicher verschließen und dann rausholen können, wenn wir sie am nötigsten brauchen, diese wertvollen Sommererinnerungen.

„Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt“: Ich habe jetzt auf die Jahreszeit des Sommers sehr positiv geschaut, jedoch ist es natürlich nicht so, dass es eine Jahreszeit im Leben gibt, die ausschließlich für Schönes reserviert ist. Das heißt, auch im Sommer gib es kein Stoppschild, das uns vor Leid oder Verlust schützt. So kann auch am sonnigsten warmen Tag eine Nachricht in unser Leben treten, die alles auf den Kopf stellt. In solchen Moment ist es hilfreich, den Blick nach innen zu wenden und zu schauen, was finde ich in meiner seelischen und geistlichen Schatzkiste? Dann kann ich spüren: Ich bin nicht allein, schon von Anbeginn an geht Gott mit mir durch alle Zeiten, durch alle Jahreszeiten meines Lebens, wie es uns in Matthäus 28, 20 versprochen wird: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Gottes Gegenwart in unserem Leben zu erfahren, das ist ein kostbarer Besitz. Gottes Gegenwart in unserem Leben zu erfahren, das kann sich anfühlen wie ein unbesiegbarer Sommer. Vielleicht findest Du seine Nähe ja in den Spuren des Sommers wieder: Im Rauschen des Meeres oder im Gesang der Vögel, die er uns mit seiner guten Schöpfung geschenkt hat. Vielleicht findest Du die Spuren der göttlichen Präsenz auch im Gebet – für dich allein gesprochen oder in der Gemeinschaft mit anderen. Auch diese Momente kannst Du festhalten, Du kannst sie ganz bewusst wahrnehmen und für Dich abspeichern wie in ein inneres Bild, kannst sie mitnehmen und hinzufügen zu Deiner Schatzkiste der wertvollen Erinnerungen, die uns Licht und Wärme auch in überschatteten Momenten unseres Lebens spenden. Und so kann sich in uns allmählich ein unbesiegbarer Sommer entfalten, der uns wärmt, wenn wir es am nötigsten haben. Für die kommenden Sommermonate wünsche ich Dir solche besonderen Erinnerungen, ich wünsche Dir unbesiegbare Sommertage mit Gott an Deiner Seite.
Pastorin Henrike Rabe-Wiez