Louisa Weser: Hochengagiert in der Kinder- und Jugendarbeit

Wo stehst Du zurzeit mit Deiner Ausbildung? Hast Du schon berufliche Pläne?

Ich studiere aktuell Soziale Arbeit und Diakonie im zweiten Semester in Hamburg an der Evangelischen Hochschule für soziale Arbeit und Diakonie, beim Rauhen Haus. Durch die Erfahrungen in der Gemeinde weiß ich, dass mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vielSpaß bereitet. Dennoch möchte ich mich aktuell nicht für eine Richtung der Sozialen Arbeitentscheiden, sondern erst die Bandbreite der Sozialen Arbeit kennenlernen.

St. Jürgen-Zachäus ist froh, dass Du Dich so stark hier und jetzt auch im Kirchenkreis einsetzt. Was machst Du alles für die Kirche?

Ich engagiere mich bei Angeboten für Kinder und Jugendliche, wie Kindergruppe, Kinderbibelfreizeiten, Zeltlager, den Konfirmandentreffen, Teamertreffen und der Teamerausbildung und führe unter anderem den Instagram-Account ej_langenhorn. Außerdem bin ich Mitglied des Regionalen Jugendausschusses sowie Jugendsynodale der Kirchenkreissynode Hamburg-Ost.

Das ist ja ein tolles Engagement und alles im Ehrenamt! Wie ist es gekommen, dass Du Dich für Kirche interessierst?

Mit 8 Jahren war ich das erste Mal im Zeltlager und habe danach auch an anderen Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit teilgenommen. Dabei haben mich die damaligen Teamer und Teamerinnen so sehr überzeugt, dass ich wusste, Teamerin möchte ich auch mal sein. Als ich dann Teamerin wurde, fiel es mir jedoch schwer, die Strukturen meiner Gemeinde und von Kirche zu verstehen. Deshalb fing ich an, mich auch für die Strukturen und das Innenleben der Kirche zu interessieren.

Macht Dir die Arbeit Spaß? Was gefällt Dir daran und was weniger?

Ja, die Arbeit macht mir Spaß. Dabei vergesse ich auch manchmal, dass ich gerade arbeite und nicht in meiner Freizeit in der Gemeinde bin. Doch gerade während des Zeltlagers und Freizeiten bin ich froh, mit einem tollen verlässlichen Team arbeiten zu können, das einem immer zur Seite steht und auch spontan agieren kann. Sollte es dennoch mal zu Konflikten kommen, werden diese meist direkt angesprochen.

… hört sich gut an. Was läuft aus Deiner Sicht schlecht, was läuft gut bei Kirche?

Ich bin noch dabei, die Kirche als solche mit ihren Gremien und Strukturen zu verstehen, und erlebe daher Kirche nur eingeschränkt. Dennoch fällt mir immer wieder auf, dass es häufig nur die richtige Kommunikation braucht, um gut miteinander zu arbeiten. So wünsche ich mir mehr Transparenz und Kommunikation, wenn es um Probleme und Entscheidungen in der Gemeinde, speziell im Kirchengemeinderat (an einigen Sitzungen habe ich teilgenommen), geht. Das würde den Gemeindemitgliedern helfen, die Entscheidungsprozesse besser zu verstehen. Hin und wieder bekomme ich einen Einblick in die Kinder- und Jugendarbeit an anderen Gemeinden und kann daher wertschätzen, wieviel Kinder- und Jugendarbeit in unserer Gemeinde und Region stattfindet und auf wieviel Akzeptanz sie in der Gemeinde stößt.

Siehst Du mit Deiner ehrenamtlichen Arbeit Vorteile für Deine persönliche und berufliche Entwicklung?

Ich bin mir sicher, dass sowohl die ehrenamtliche Arbeit, die ich als Kind erfahren durfte, als auch die, die ich selber gemacht habe, mich nachhaltig geprägt haben. So denke ich, dass ich jetzt nicht Soziale Arbeit studieren würde, wenn ich nicht von Kind an Teil dieser Gemeinde gewesen wäre.

Finden Deine Freundinnen und Freunde es nicht eher uncool, dass Du Dich für Kirche engagierst?

Zu Schulzeiten habe ich nur meinen Freunden und Freundinnen von meinem Ehrenamt erzählt. Inzwischen gehe ich damit ganz offen um. Natürlich taucht immer mal wieder Unverständnis für die unbezahlte Arbeit auf, aber insgesamt reagieren meine Mitmenschen positiv auf mein Ehrenamt.

Hast Du noch Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen? Wie geht es Dir in Corona- Zeiten?

Ich habe zu Schulzeiten sehr gerne Theater gespielt und tue das bis heute. Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Aber auch, wenn ich dem Medium der Videokonferenz sehr dankbar bin, merke ich doch, dass die vielen digitalen Treffen sowohl mit der Hochschule als auch mit der Kirche langsam an meinen Nerven zehren und ich mich dafür umso mehr auf uneingeschränkte Treffen „in echt“ freue. In der Kinder- und Jugendarbeit vermisse ich das gemeinsame Essen oder Singen und kurze Zweiergespräche, die in Gruppenvideokonferenzen häufig keinen Platz finden.

Hast Du ein Lieblingskirchenlied?

Ja, mir gefällt besonders das Lied: „Wie ein Fest nach langer Trauer“. Das Lied handelt von Frieden und Versöhnung, passt aber auch auf die Corona-Situation.
Hoffentlich können wir bald wieder Feste feiern. Danke für deine Arbeit und das Interview! Und alles Gute für Deinen weiteren Lebensweg!
Befragt von Wolfgang Trautmann