Im Unruhestand zwischen Baum und Besen: Hans Bösling

Ein herab gefallenes Blatt von Eichen oder Buchen hat bei ihm keine Chance, länger als 24 Stunden auf dem Gelände von St. Jürgen zu liegen. Hans Bösling: „Ich bin ein echter Hamburger. Geboren und aufgewachsen in Rothenburgsort. Mein Berufsleben lang war ich Klempner. Den Betrieb hatte ich von meinem Vater übernommen. Vor 6 Jahren zogen meine Frau und ich nach Langenhorn, nahe der St.-Jürgen-Kirche, und wir kamen in Kontakt zur Kirchengemeinde. Wir finden das Gemeindeleben hier sehr schön mit den vielen jungen und alten Menschen, die zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen kommen und drinnen und draußen für Leben sorgen. Erst ehrenamtlich, dann mit einem kleinen Arbeitsvertrag kümmere ich mich seit 3 Jahren um Haus und Hof bei St. Jürgen. Bis zu ihrer Krankheit hatte
meine Frau auch mitgearbeitet. Meine Arbeit besteht vor allem aus Instandhaltung und Pflege der Außenanlagen, der Gebäude und Technik und das macht mir sehr viel Spaß. Sei es das Heckenschneiden, der Austausch von Leuchtmitteln, das Aufgraben von Leitungen, das Fegen der Wege: Da ist immer was zu tun und alles soll schön und ordentlich aussehen. Ich bin mit Herz und Seele dabei und abends überlege ich manchmal, ob man dieses oder jenes noch besser machen kann. Ich freue mich besonders, wenn Passanten mich ansprechen (das passiert nicht selten) und loben, dass es bei uns auf dem Gelände so gepflegt aussieht. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Gemeinde ist nett und familiär. Da ist auch mal ein Klönschnack bei Kaffee und Keksen möglich. Die Arbeit für die Kirche tut mir gut und verschafft mir ein erfülltes Leben. Ich bin nicht mehr ganz jung. Die Arbeit hilft mir, einigermaßen fit zu bleiben. Freizeit: Abends gucken wir gern Fernsehen. Meine Frau liebt
besonders Krimis und den Quiz mit Günther Jauch. Im Urlaub sind wir häufig und gern in Cuxhaven. Mein Traum wäre, nach Amerika zu fahren. Besonders das Stadtleben von New York würde mich interessieren. Meine bevorzugte Musik: Rockmusik. Wenn ich allein im Auto bin, lege ich manchmal eine CD ein und stelle die Musik ganz laut. Ansonsten liebe ich aber die Ruhe.“
Zum Schluss wiederholt Hans Bösling mit belegter Stimme: „Ohne die Tätigkeit für die Kirche würde mir was fehlen.“
Die Kirchengemeinde dankt Hans Bösling für sein außerordentliches Engagement in und um St. Jürgen. Es ist schön, dass wir ihn haben! Heute nennt man das: Eine win-win-Situation.
Für ihn und für uns.
Aufgeschrieben von Wolfgang Trautman