Die Türmer vom Pannsweg

Türmer“ ist die Bezeichnung für einen Wächter, der von einem Turm die Umgebung beobachtet und Gefahren wie Brände oder Feinde anzeigen soll. Zur Warnung der Bürger nutzten die Türmer entweder ein Wächterhorn, eine Glocke oder Signalflaggen, bei Dunkelheit auch Lampen. Sie waren so Hüter der Stadt. Regelmäßiges Trompeten- und Posaunenspiel gibt es auch heute noch von vielen Türmen wie beispielsweise vom Hamburger Michel. Die Türmer vom Pannsweg, nahe der Straße Kiwittsmoor, nutzen Trompete und Stimme. Sie warnen nicht, sondern spenden seit Beginn der Corona- Restriktionen im März Trost und Zuversicht durch ihre Hausmusik mit Trompetenspiel und Gesang. Jeden Abend um 18h ertönen im Nord-Fenster eines Hauses am Pannsweg und anschließend vom Süd-Balkon jeweils drei Beiträge und zwar aus verschiedensten Bereichen wie Kirchen-, Volks-, Kinderlieder, Popmusik, Gospel und Jazz. Auch Klassiker wie „Freude schöner Götterfunken“ und der Gefangenenchor aus Nabucco sind dabei. Wir verdanken diese Ermutigung für Herz und Seele Friedhelm Nolte (früher Pastor bei St. Lukas), der auch in unserem Posaunenchor mitspielt, und seiner gesangserfahrenen Frau Annerose. Die Nachbarschaft und inzwischen auch eine kleine Fangemeinde lauschen, singen zaghaft mit und applaudieren. So schön und tröstend die abendliche Hausmusik auch ist: Die Corona-Zeit wird hoffentlich in nicht allzu ferner Zeit enden! Wir danken Annerose und Friedhelm Nolte für ihre wunderbare Initiative!

Bild und Text Wolfgang Trautmann