Abschied von Irmgard Wolff

Viele Jahrzehnte lang hat Irmgard Wolff in St. Jürgen und im Schröderstift Orgelvertretungen übernommen. Im Februar dieses Jahres verstarb sie nach einer mehrmonatigen Erkrankung.
Musik, am Flügel und auf der Orgel, war ihr Leben. Sie ist 1934 in Hamburg Lokstedt geboren und ohne Geschwister aufgewachsen. Über die traumatischen Kriegserlebnisse während der schweren Angriffe 1943 hat sie besonders in den letzten Wochen viel erzählt. Die Familie fand damals Zuflucht im Bargfelder Weg, Langenhorn.
Irmgard Wolff studierte Klavier und Orgel, so dass sie diese Fächer später auch als Dozentin unterrichten konnte. Aus ihren Reisen nach England, Irland oder in die USA brachte sie gern in Deutschland kaum bekannte Noten mit. Beethoven-Sonaten oder die Etuden Chopins spielte sie bis ins Alter: „Man muss täglich üben!“ Zu ihren Orgelvertretungen im Gottesdienst, besonders auch zum Weihnachts- und Osterfest übte sie, auch mit Instrumentalisten, präzise und gewissenhaft: Johann Sebastian Bach war Ihre Vorliebe.
Manchmal war es schwer, sie als Person näher kennenzulernen. Sie hielt Abstand, bescheiden und diszipliniert.
Nach dem Tod ihrer Eltern zog sie ins Haus im Bargfelder Weg. Wenn man sie dort besuchte, pflegte sie gelegentlich zu sagen: „Reden möchte ich nicht so viel. Ich spiele Ihnen aber gern etwas auf dem Flügel vor.“
Zum Ende des vergangenen Jahres wusste Sie, dass die Erkrankung sich stark verschlimmert hatte. Der Tod war für sie eine Erlösung. Die Gemeinde St. Jürgen-Zachäus ist dankbar für den langen ehrenamtlichen Orgel-Dienst und weiß Irmgard Wolf in der Liebe Gottes geborgen. Wir wollen in einer Trauerandacht an sie denken und für sie beten.
Wolfgang Peper, Astrid Wolters
Freitag, 5. April, 15 Uhr, St. Jürgen-Kirche