Abschied von Heinz Plöhn

Über 40 Jahre hat Heinz Plöhn im Kirchenvorstand die St. Jürgen Gemeinde mitgestaltet.

Am 3. März starb er ohne langes Leiden im hohen Alter von 89 Jahren. Von 1959 bis zum Jahr 2000 war er als Nachfolger seines Schwiegervaters Hans Benthack Mitglied im Kirchenvorstand. In seine Amtszeit fielen die Erweiterungsbauten des Gemeindehauses („großer Saal“) und der Bau der Wohnungen für Diakon und Küster, Stockflethweg 130. Er war Vermessungsingenieur und übernahm bald den Vorsitz im Bauausschuß des Kirchenvorstandes und der Beede, später dazu die Leitung des Kirchenvorstandes. Auch die nicht unumstrittene Anschaffung einer neuen Kirchenorgel aus Bautzen/DDR fiel in seine Tätigkeit.

1973 wählte der Kirchenvorstand den erst 43-Jährigen zum „Gemeindeältesten“, ein Amt, das er bis zum 75. Lebensjahr hätte ausführen können. Er legte es – auch aus gesundheitlichen Gründen – nach 41 Jahren Kirchenvorstandstätigkeit nieder. Bereits nach 25 Jahren erhielt er für seine treue Tätigkeit das „Ansgarkreuz“ der Nordelbischen Kirche. Als Synodaler in der Kirchenkreissynode lernte er viele Kirchenvorsteher der Nachbargemeinden kennen, aber auch Staatsräte und Senatoren.

Heinz Plöhn war Jahrgang 1930 und hatte den Hamburger Feuersturm 1943 miterlebt: Eine Jugend voller Gefahr und Unsicherheiten. 1944 erhielt die Familie ein Behelfsheim im damaligen „Iserlohner Weg“ Langenhorn, neben dem Kettenwerk. Heimlich organisierte seine Mutter die vom Vater nicht gewünschte Konfirmation des Jungens. In der Nachkriegszeit trat er der Christlichen Pfadfinderschaft, Stamm „Gustav Adolf“, bei und übernahm die Leitung.

Seine Frau Hedi lernte er auf gemeinsamen U-Bahnfahrten zur „Singebewegung“ kennen. Die Freude an der Musik, aber auch die manchmal sehr genaue Art eines Oberamtsrates zeichneten ihn aus. Mit seiner Frau und den beiden Kindern lebte er viele Jahre im Pannsweg. Nach dem Tod seiner Frau zog er zu einer neuen Partnerin nach Schneverdingen, wo er sich in der Senioren-Kommunalarbeit auch politisch betätigte.

Als seine Erkrankungen zu Kraftlosigkeit führten, fand er einen Platz in der Hamburger Seniorenresidenz Rosenhof. Immer wieder suchte er den Kontakt zu seinem Freund Volkmar Lange und zu seiner Langenhorner Heimatgemeinde St. Jürgen, besonders zum Basar. Den Epiphanias-Gottesdienst feierten wir noch mit ihm. Am 21. März haben wir Heinz Plöhn in St. Jürgen zur letzten Ruhe geleitet. Er hat ein Stück Gemeindegeschichte geschrieben, dafür sind wir sehr dankbar.

Wolfgang Peper